RUED LANGGAARD STUDIENTAG

am

Institut für Musikwissenschaft und Interpretationsforschung der MDW

 

Matinee:

Henry Cowell:  Aeolian Harp, The Banshee

Leo Ornstein: Impression de Notre Dame op. 16/2 

Franz Liszt: Unstern!

 

14. April 2018, Joseph Haydn-Saal der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien


EXTENDED PIANO – DARK FORCES

 

Alexander Zemlinsky: Stimme des Abends op. 9/1 (1900)

Peter Ruzicka: ausgeweidet die zeit... (1969)

Gèrard Pesson:  La lumière n'a pas de bras pour nous porter (2009)

Mauricio Kagel: MM 51 - Ein Stück Filmmusik für Klavier (1976)

Christoph Renhart: Mondviolen (2013)

Thomas Larcher:  Smart Dust (2005)

C. Curtis-Smith: Rhapsodies (1973)

 

12. Juni 2018 - Arnold Schönberg Center, Wien

Abgründigkeit und Reiz „dunkler Mächte“ ziehen sich als roter Faden durch dieses Programm. Nacht, Mond, Licht, drohende Gefahr, Angst und Katastrophe erscheinen in unterschiedlichen Facetten: als poetische Topoi romantischer Nachtmusiken, als Persiflage von deren Klischees, als seelenlose Bedrohung durch moderne Technologien. Im farbenreichen Klanggewand des extended piano entfaltet sich ein Spiel mit musikalischen, literarischen und filmischen Zitaten, Anklängen und Kommentaren. Arnold Schönberg, der sich selbst in einigen Werken dem Nächtlich-Jenseitigen zuwandte, schimmert aus dem Verborgenen.


KONZERTREIHE NEUE MUSIK AUS ÖSTERREICH: EXTENDED PIANO

 

Karlheinz Essl/Gerhard Eckel: Con una certa espressione parlante for extended piano, computer and vibration speaker (1985/2015)

Wolfgang Mitterer: Uluru 2 für präpariertes Klavier und Tonband (1999)

Thomas Larcher: Smart Dust (2005)

Katharina Klement: Tatsächlich ohne Ausdruck (2012)

Christoph Renhart:  Mondviolen (2013)

Grzegorz Pieniek: Unknown Path (2014)

Dino Residbegovic: Pedal étude und Percussion étude aus Visiting speech therapist for amplified piano (2014-16)

 

Katharina Bleier, Klavier

Karlheinz Essl, Computer

 

Konzertreihe des Österreichischen Komponistenbundes

10. Oktober 2018, 19:30, Festsaal der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Seilerstätte 26, 1010 Wien

 

Dieser spezielle Klavierabend ist ausschließlich dem extended piano gewidmet. Hierbei steht häufig nicht weniger als die „Klavierhaftigkeit“ – die traditionelle Identität des Instruments – auf dem Prüfstand: neue Spieltechniken, Präparationen, theatralische Aktionen und live-Elektronik sind in diesem Kontext wesentliche Mittel, mit denen der Kosmos Klavier abgetastet, bereichert, verwandelt, gesprengt und individuell neu definiert wird. In diesem Programm mit Werken österreichischer Musikschaffender eröffnet sich eine Vielfalt von Intentionen, Zugängen und Ausprägungen dieses spannenden Phänomens.


EXTENDED PIANO – NEW WORLD

 

Arnold Schönberg: Sechs kleine Klavierstücke op. 19 (1911)

Leo Ornstein: Impression de Notre Dame op. 16/2 (1914)

Henry Cowell:  The Banshee (1925), Tiger (1928)

John Cage: Mysterious Adventure (1945)

George Crumb: Makrokosmos I (Twelve Fantasy-Pieces after the Zodiac for amplified piano) (1972)

Leo Ornstein war einer der ersten und zugleich der aufregendste Pianist, der Schönbergs Klavierwerke in den 1910er Jahren in den USA bekannt machte. Er kombinierte Schönbergs opp. 11 und 19 mit eigenen Kompositionen, die ihm nicht zuletzt durch die häufige Verwendung clusterartiger Akkorde ein Image als „bad boy“ der progressiven Musikszene bescherten. Cowell übertraf Ornstein, indem er Arme und Fäuste zum Clusterspiel einsetzte, sich Schönbergs Klavierflageolett aneignete und mit seinen string piano-Stücken Wegbereiter für das prepared piano des Schönberg- und Cowell-Schülers John Cage wurde. Verleiht die Konzentration auf  je ein Phänomen des extended piano diesen früheren Werken ein jeweils eigenes charakteristisches Klangbild, so schafft Crumb in seinem Makrokosmos eine höchst elaborierte Synthese und zusätzliche Erweiterung faszinierender Klangwelten.


EXTENDED PIANO – RESONANCES

 

Arnold Schönberg: Klavierstück op. 11/1 (1909)

Hans Erich Apostel: Kubiniana op. 13/1, 5 und 8 (1945-50)

John Cage: Pastorale Nr. 1 (1952)

Henry Cowell: Sinister Resonance (ca. 1930), Tiger (1928)

Karlheinz Essl:  Sequitur XIII for extended piano and live-electronics (2009)

Jörg Widmann: Hallstudie (2003)

Arnold Schönberg symbolisierte 1909 in seinem Klavierlied Am Strande fernes Meeresrauschen mittels eines "Flag[eoletts]. durch tonlos niederdrücken der Tasten". Er bereicherte so die Klangwelt des Klaviers mit einem Resonanzklang, den er im selben Jahr ohne außermusikalische Konnotation auch in seinem Klavierstück op. 11/1 einsetzte.

Dieses Phänomen bildet den Nukleus eines Programms, welches dem ihm innewohnenden Potenzial in unterschiedlichen ästhetischen und kompositionstechnischen Ausprägungen nachspürt: dem Spiel mit Obertönen, Resonanzen und Hallphänomenen bzw. der klangfarblichen Erweiterung und Differenzierung, der Spannung zwischen Stille und Klang, Impuls und Nachhall, Konzentration und Auflösung


EXTENDED PIANO – FRISKING

 

Thomas Larcher: Smart Dust (2005)

Jörg Widmann: Hallstudie (2003)

Rued Langgaard: Insektarium BNV 134 (1917)

Karlheinz Essl/Gerhard Eckel: Con una certa espressione parlante for extended piano, computer and vibration speaker (1985/2015)

Karlheinz Essl: Sequitur XIII for extended piano and live-electronics (2009)

Rued Langgaard war wohl der erste Komponist im 20. Jhdt., der sich von der Tastatur in den Klavierinnenraum sowie an den Korpus vortastete und zudem bereits 1917 sparsam gestische Aktionen einsetzte. Sein Klavierzyklus Insektarium bildet in diesem Programm das historische Gegenüber für vier Werke aktuell schaffender Komponisten. In diesen wird das durch Präparation seiner Klavierhaftigkeit völlig entrückte Instrument depräpariert und so in seinen Urzustand zurückversetzt. Es wird rundum erwandert, innen und außen ertastet und – als „Monstrum des 19. Jahrhunderts“ (Widmann) – er-schlagen. Es wird mit bloßen Händen oder auch mit Paukenschlägeln und anderen Gegenständen bespielt. Und schließlich tritt das beliebteste Tasteninstrument des 19. Jahrhunderts mit dem beliebtesten Tasteninstrument der Gegenwart, dem Computer, in kammermusikalischen Dialog.


Programme in Vorbereitung:

 

EXTENDED PIANO – INTESTINES

EXTENDED PIANO – THEATRICS

EXTENDED PIANO – PERCUSSION 

EXTENDED PIANO ²

Individuelle Programmvorschläge für weitere extended piano Projekte und andere Konzertformate mache ich gerne auf Anfrage.